Effektivität und Effizienz der fitnessorientierten Zirkel-Krafttrainingsmethoden

Für fitness- und gesundheitsorientierte Kunden existieren heute zwar ausreichend evidenzbasierte Trainingsempfehlungen, jedoch stehen selten auch individuelle Trainingsstrategien zur „tatsächlichen Umsetzung“ dieser Trainingsempfehlungen in den Fitness – Studios zur Verfügung.

 

Definitionen

Bei der Auswahl einer Krafttrainingsmethode wird im fitnessorientierten Krafttraining nicht nur die Effektivität einer Trainingsmethode betrachtet, sondern auch deren Effizienz. Insbesondere dann, wenn ein geringes Zeitbudget für das Training ein wichtiges Entscheidungskriterium sein soll. Somit ist es nicht nur aus trainingswissenschaftlicher, sondern auch aus ökonomischer Sicht von Interesse, den typischen Vorgaben eines Krafttrainings nach dem Schema „drei Trainingssätze mit jeweils acht bis zwölf Wiederholungen, zu hinterfragen.

In der Praxis sollte eine Trainingsstrategie zwischen intensitätsorientiertem (H.I.T.) und volumenorientiertem Krafttraining (H.V.T.) unterschieden werden. Bei der H.I.T. – Methode wird mit „einem“ muskelausbelasteten Satz pro Übung und beim H.V.T. mit mehreren Sätzen pro Übung mit nicht – maximaler Intensität trainiert.

Auch wenn weit verbreitet von einer Überlegenheit des H.V.T. berichtet wird, so existieren auch Befunde, die höhere Trainingseffekte durch H.I.T. verzeichnen konnten. Heutzutage wird in den kommerziellen Fitness-Anlagen nicht nur die Effektivität einer Krafttrainingsmethode, sondern ganz besonderes auch deren Effizienz als Entscheidungskriterium herangezogen. Die Methodenwahl muss daher mehrperspektivisch durchdacht werden.

Ergebnisse einer Forschung

Die Effekte von H.I.T. und H.V.T. hinsichtlich dem jeweiligen Belastungsschema wurden ausreichend verglichen. Sowohl beim Training nach der H.I.T. – Methode, aber auch beim H.V.T. – Programm konnten übungsunabhängig tendenzielle Steigerungen der Kraftleistung festgestellt werden. Auffallend hierbei war die signifikant höhere Kraftsteigerungen einiger Übungen durch H.I.T.

Durch den deutlich geringeren Zeitaufwand (reduziertes Trainingsvolumen) ist ein H.I.T. -Krafttraining zudem erheblich effizienter als ein Krafttraining nach dem H.V.T. – Ansatz. Wenn also eine tendenziell höhere Kraftsteigerungen bei gleichzeitig geringerer Zeitinvestition vorliegt, dann kann hier bestätigt werden, dass das H.I.T. für fortgeschrittener Fitness-Sportler die sowohl effektivere als auch effizientere Krafttrainingsmethode darstellt.

Praktischer Nutzen

Die zeitliche Effizienz einer Krafttrainingsmethode bedeutet auch, dass die Kundenzufriedenheit durch eine höhere Betreuungsqualität (mehr Zeit pro Kunde) verbunden mit geringeren Wartezeiten an den Geräten des Kraftzirkels gesteigert werden kann. Denn, besonders zu Stoßzeiten beeinflussen die Wartezeiten die Kundenzufriedenheit maßgeblich und können durch die entsprechende Anwendung der H.I.T. – Trainingsmethode, verringert werden.

Kritisch anzumerken ist jedoch, dass resultierend aus der Muskelausbelastung, diese aber gleichzeitig auch die orthopädische und kardiovaskuläre (Blutkreislauf) Beanspruchung erhöhen. Insbesondere für gesundheitsorientierte Sportler mit orthopädischen und/oder internistischen Problemen (Zivilisationskrankheiten) ist in diesem Zusammenhang, pauschal betrachtet, ein nicht zu unterschätzendes Risiko und sollte daher kritisch hinterfragt werden. An dieser Stelle wird deutlich, wie wichtig die vorherige Analyse des Fitness-Experten  ist, um den personenspezifisch notwendigen Trainingsumfang zu definieren und festzulegen, wo die Grenze der Trainingsintensität sein sollte. Und es gilt eigentlich als Selbstverständlichkeit, dass die Geräte des Kraftzirkels sehr gelenkschonend sein sollten (hoher Wirkungsgrad).