ARTHROSE – AKTIVES HANDELN KANN HELFEN

Die häufigste Gelenkerkrankung weltweit  –  doch der Alltag muss nicht Horror sein!

Diagnose Arthrose, und nun? Oftmals wird davon abgeraten seinen Körper einer weiteren Belastung auszusetzen. Mit katastrophalen Folgen! Zuviel Bewegung sei für einen Knorpel schlecht. Aus unserer Sicht macht diese Aussage ganz klar überhaupt keinen Sinn.

Aber wie funktioniert so ein Knorpel überhaupt? Unsere Knorpel selbst verfügen über keine eigene Blutversorgung. Dies ist vor allem daran zu erkennen, dass jeder Knorpel weiß ist. Aus diesem Grund hat er lediglich die Möglichkeit sich durch Be – und Entlastung zu ernähren. Während der Belastung wird er ausgepresst. Anschließend saugt er sich dann wieder mit Gelenkflüssigkeit voll. Das heißt, ein Gelenk muss vollständig beweglich sein, sodass ein Knorpel in allen Bereichen belastet werden kann, um mit ausreichend Gelenkflüssigkeit versorgt zu sein. Hieraus wird deutlich, dass ein Beweglichkeitstraining unabdingbar ist, um alle Gelenke beweglich und vor allem auch gesund zu halten.

Somit funktioniert ein Knorpel durch Auspressen und Aufsaugen, ähnlich wie ein Schwamm. Wenn zwischen zwei Gelenkpartnern Bewegung unter Druck stattfindet, wird bei beiden Gelenkpartnern Flüssigkeit ausgepresst. Dadurch gleitet das Gelenk perfekt und es entsteht kaum Reibung. Hierbei gibt es, solange es sich um eine natürliche Bewegung handelt (betreutes Fitness – Training), keine Verschleißerscheinungen, da sich hierbei die Gelenkpartner gegenseitig ernähren. Der vollgesogene Schwamm reagiert auf Druck ebenfalls mit dem Ausscheiden von Flüssigkeit. Kommt also Druck auf das Gelenk, pressen wir den Knorpel aus.

Wenn der Schwamm wieder losgelassen wird, geht er in seine natürliche Ursprungsform zurück und saugt die Flüssigkeit erneut auf. Im Falle des Knorpels hat dieser während der Entlastung die Chance, sich wieder mit neuer Gelenkflüssigkeit vollzusaugen, aus der er seine Nährstoffe bezieht. Ein Gelenk braucht somit regelmäßige Bewegung im Allgemeinen, um überhaupt ernährt zu werden und nicht zu verhungern.

Der Fehler unserer modernen Zeit ist, dass wir in unserem einseitigen Alltag, in dem wir oftmals über ein Drittel des Tages sitzen, zu wenig „ausgewogene“ Bewegung haben. Unsere Knorpel müssen dauerhaft in gleicher Grundposition verweilen und werden viel zu selten beansprucht. So findet einseitig Druck statt und alle anderen Bereiche unserer Gelenke werden nicht ausgepresst und können sich somit auch nicht wieder vollsaugen.

Außerdem entsteht der Verschleiß weder durch das Alter noch durch Überlastung, sondern vor allem durch die Übersäuerung des Körpers. Diesen degenerativen Knorpelveränderungen geht immer ein verminderter Mineralstoffgehalt der Knorpel und Knochen voraus. Insbesondere in den Gelenkköpfen befindet sich ein hoher Anteil an basischen Verbindungen, welche bei Säurebelastung zwecks Säuren – Neutralisierung (Basenentnahmen) verloren gehen. Dadurch kommt es zur Eindickung der Gelenkschmiere, welche mit abgelagerten Kristallen eine Verbindung eingehen, welche bei Bewegung die Knorpelmasse schmirgelartig schädigt. Die durch Schmerzen verursachte Schonhaltung führt nachfolgend zu einer zusätzlichen Mangelversorgung des Knorpelgewebes.

Daraus resultiert, dass es sich bei einer Arthrose unserer Meinung nach nicht um eine Überbelastung handelt, wie es uns die Schulmedizin teilweise noch heute lehrt, sondern vielmehr um Unterversorgung an hochwertigen Proteinen, Vitamin C und Mineralien, mangelnde Belastung und zu wenig Bewegung für die Gelenke, die somit nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden und verhungern. Damit wird der Knorpel abgebaut, was die klassische Arthrose darstellt.

Wenn wieder Beweglichkeit im Gelenk hergestellt ist, muss man es auch in seiner vollen Beweglichkeit belasten, es nutzen und ernähren. Dieses Prinzip gilt für absolut jedes Gelenk im Körper. Wir zählen hierzu auch die Bandscheiben und ebenso die Facetten – Gelenke. Trotz dieser Erkenntnisse, wird in der Trainingswelt auch heute noch oftmals an den natürlichen Funktionen unseres menschlichen Körpers vorbeitrainiert.

Unserer Meinung nach muss hier schnellstmöglich ein Umdenken stattfinden! Wir wollen es schaffen, Betroffene wieder zu ermutigen, sich natürlich zu bewegen und vor allem sollten sie wieder damit beginnen, ihren Körper auch intensiv zu belasten. Wenn wir es erreichen können, die Menschen begreifen zu lassen, dass ihr eigener Körper genau diese Belastung benötigt um gesund zu bleiben, dann wären die Betroffenen durch die dadurch gestiegene Lebensqualität auch um einiges glücklicher.

Es steht außer Frage, dass Personen, die bereits Probleme haben, erst einmal langsam wieder an Bewegung und Belastung herangeführt werden sollen. Jedoch sind aus unserer Sicht die Schonung und jegliche Vermeidungsstrategien auf keinen Fall die Lösung. Unserer Erfahrung nach lassen sich mit gezielter Bewegung und Belastung ebenso bereits bestehende Arthrosen optimal behandeln. Auch mit starken und fortgeschrittenen Arthrosen lassen sich noch beeindruckende Erfolge erzielen.

Die ideale Trainingsstrategie ist unserer Meinung nach eine spezifische Konzeptlösung, um alles rund um die Arthrose herum (also die Muskelschlingen) wieder gesund zu trainieren und die natürliche Beweglichkeit, die wir als Kind schon einmal hatten, zumindest teilweise wieder herzustellen. Zu dieser neu gewonnenen Beweglichkeit sollte dann unbedingt ein Kraft- und Ausdauertraining hinzukommen, um das Gelenk auch wieder zu nutzen und zu belasten.

Alles was ich nicht benutze, baut im Körper ab. Hier trifft das Sprichwort zu: Wer rastet, der rostet!

Ob jung, ob alt – Arthrose ist keine Frage des Alters oder zumindest nicht immer. Mit dem richtigen Trainingsansatz lassen sich sowohl ältere Personen, Schreibtisch – Übeltäter als auch die Jugend, die aufgrund der Abhängigkeit von neuen Medien zu wenig Bewegung bekommt, auf einen richtigen und gesunden Weg führen, um Knochen, Gelenke und jeden einzelnen Knorpel gesund zu halten.